Die Friseurbranche in Deutschland wirkt aktuell nach außen stabil, weil die Umsätze leicht steigen. In Wirklichkeit ist die Lage aber angespannt: Das Wachstum kommt vor allem durch höhere Preise, nicht durch mehr Kundschaft. Viele Menschen gehen sogar seltener zum Friseur.
Gleichzeitig steigen die Kosten stark – vor allem für Löhne, Energie und Materialien. Dadurch bleibt bei vielen Salons wenig Gewinn übrig oder er sinkt sogar. Zusätzlich fehlen Fachkräfte, was den Betrieb weiter erschwert.
Die Branche verändert sich stark: Es gibt weniger große Salons und immer mehr kleine oder Ein-Personen-Betriebe. Auch DIY-Trends drücken die Nachfrage.
Erfolgreich sind aktuell vor allem Salons mit klarem Konzept:
- Premium- und Erlebnis-Salons
- spezialisierte Anbieter (z. B. Farbe oder Extensions)
- Barber Shops mit hoher Stammkundschaft
- kleine, flexible Solo-Salons
Fazit: Die Branche spaltet sich. Wer kein klares Profil hat, wird es schwer haben – Erfolg haben vor allem spezialisierte, hochwertige oder besonders effiziente Konzepte.
Die Friseurbranche in Deutschland ist gerade so ein bisschen in einer komischen Zwischenphase: Nach außen wirkt alles ganz stabil, weil die Umsätze sogar leicht steigen und insgesamt auf einem ziemlich hohen Niveau liegen. Aber wenn man genauer hinschaut, merkt man schnell: So richtig entspannt ist die Lage für viele Salons gar nicht.
Klar, die Branche macht jedes Jahr Milliarden Umsatz, aber das liegt nicht daran, dass plötzlich viel mehr Leute zum Friseur gehen. Im Gegenteil: Viele Kundinnen und Kunden kommen sogar seltener als früher. Der Grund ist simpel – die Preise sind in den letzten Jahren ordentlich hochgegangen. Das heißt, es wirkt zwar so, als würde die Branche wachsen, aber eigentlich ist das eher ein „Scheinwachstum“. Real gesehen bleibt oft nicht mehr hängen, teilweise sogar weniger.
Gleichzeitig knallt auf der Ausgabenseite richtig rein. Löhne machen sowieso schon den größten Teil der Kosten aus, und die steigen weiter. Dazu kommen höhere Energiepreise, teurere Produkte und generell die Inflation. Viele Salons müssen deshalb ihre Preise erhöhen, einfach um mithalten zu können. Das Problem: Dadurch springen wiederum manche Kundinnen und Kunden ab oder strecken ihre Termine weiter auseinander. Am Ende bleiben die Gewinne oft klein oder gehen sogar zurück, und einige Betriebe arbeiten echt am Limit.
Man merkt das auch beim Verhalten der Kundschaft. Früher war der regelmäßige Friseurbesuch für viele selbstverständlich, heute wird öfter überlegt, ob man den Termin noch ein bisschen rauszögert. Besonders seit 2020 sind die Preise deutlich gestiegen, und das sorgt dafür, dass Leute seltener kommen. Der Umsatz bleibt dann nur stabil, weil jeder einzelne Besuch teurer ist – nicht, weil mehr los ist.
Ein weiteres großes Thema ist der Fachkräftemangel. Es gibt immer weniger Leute im Beruf, und auch der Nachwuchs fehlt. Gleichzeitig bilden nur wenige Betriebe aus. Das sorgt dafür, dass Personal schwer zu finden ist, Löhne steigen und manche Salons ihre Öffnungszeiten einschränken müssen, weil einfach nicht genug Leute da sind.
Parallel dazu verändert sich die ganze Branche ziemlich stark. Große klassische Salons werden weniger, dafür gibt es immer mehr kleine Studios oder Ein-Personen-Betriebe. Viele gehen bewusst in die Selbstständigkeit, weil sie so flexibler sind und weniger feste Kosten haben. Das ist für viele eine Reaktion auf den wirtschaftlichen Druck – kleiner aufstellen, aber dafür unabhängiger bleiben.
Dazu kommt noch ein weiterer Punkt: Immer mehr Leute machen Dinge selbst. Ob Haare färben oder Styling – Produkte aus dem Handel werden besser und beliebter. Das nimmt den Salons zusätzlich ein Stück vom Geschäft weg.
Unterm Strich kann man sagen: Die Branche steht noch, aber sie wackelt ein bisschen. Der Umsatz ist stabil, aber die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe ist angespannt. Die größten Probleme sind steigende Kosten, unsichere Nachfrage und fehlende Fachkräfte. Deshalb gilt gerade: Viele Salons kommen irgendwie durch, aber nur wenige verdienen richtig gut.
Wenn man sich anschaut, wer aktuell trotzdem richtig gut läuft, sieht man schnell ein Muster: Es sind nicht die „ganz normalen“ Friseure ohne klares Profil, sondern die, die sich bewusst positionieren.
Ganz vorne sind Premium- oder Konzept-Salons. Die setzen auf hochwertige Beratung, individuelle Looks und ein richtiges Erlebnis. Dort zahlst du deutlich mehr, bekommst aber auch mehr Aufmerksamkeit, Zeit und Qualität. Die Kundschaft ist oft weniger preisempfindlich, und die Salons verdienen pro Termin deutlich besser. Da geht es nicht nur ums Schneiden, sondern um ein Gesamtpaket.
Dann gibt es die modernen Barber Shops, die besonders bei Männern mega gefragt sind. Die sind oft schnell, unkompliziert und klar auf eine Zielgruppe ausgerichtet. Viele Kunden kommen regelmäßig alle paar Wochen, was für stabile Einnahmen sorgt. Allerdings ist der Wettbewerb hier ziemlich hart geworden, und nicht alle schaffen es langfristig.
Sehr erfolgreich sind auch spezialisierte Salons. Also die, die sich auf etwas Bestimmtes konzentrieren – zum Beispiel Blond, Farben, Extensions oder Locken. Die haben oft eine klare Zielgruppe, sind weniger austauschbar und können höhere Preise verlangen. Kundinnen und Kunden fahren dafür auch mal weiter, weil sie genau diese Expertise wollen.
Und dann gibt es noch viele kleine Solo- oder Mini-Salons. Die machen nicht unbedingt riesige Umsätze, sind aber oft überraschend stabil. Weniger Personal, weniger Kosten, mehr Flexibilität – das geht für viele wirtschaftlich ganz gut auf.
Am Ende läuft alles auf eine Sache hinaus: Die Branche teilt sich immer stärker auf. Auf der einen Seite hast du Premium, Spezialisierung und starke Konzepte – da läuft es oft gut. Auf der anderen Seite hast du Betriebe ohne klares Profil, die es immer schwerer haben.
Ganz kurz gesagt: Wer heute erfolgreich ist, hat entweder ein klares Konzept, eine spitze Zielgruppe oder arbeitet extrem effizient. Alles dazwischen wird zunehmend schwierig.